wegfährten

lassungen

verlassungen
verspurtes

hingeworfene
und bedachte
verdachte
verinnerungen

buchstabungen
vermalte
gewischte
wegfährten

tonfreunde
silbenbekannte
farb und graphitale

wegfährten
seelenmarken
versinnungen

echo
haltwolken
hingebende

ahnungsspuren
füllerkleckse
atemfurchen

wie jazz
zwischen
hier und da

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getragen

von den wolken der leichten illusion
von
den hieroglyphen der ungeduldigen feder
von
niemandes schlaf
von
traumbildern lauer vorsommerabende
von
erinnerungsstücken und mutfragmenten
von
stillen zeichen und schwebgeschichten
von
enger nähe im nahen leichten
von
alten liedern vergessener soulsänger
von
freundschaftstiefem nichtredenmüssen
von
umhalsender zwiesprache im seewasserlicht
von
leben aus dem herzen
mit hoffnung ins morgen

getragen

von
einem gedanken
einer spur

ambivalenz des möglichen

herkommen
weggehen
schreiben und nicht schreiben
treppenstufen gehen oder fliegen
küssen oder doch nicht

im möglichen
am gummi des vertrauens bildet sich ein knoten
entwirrung im erinnern
unsicherheiten im tun
fisch oder fleisch
schnell oder langsam
gegen oder mit
sensibel oder penibel
freude oder trauer
vulkanisch oder reglos
nacht oder tag
scharf oder flach
dünn oder dick

ambivalenz der hingabe
ambivalenz des möglichen
verunsicherung nach gebrauch

ergründungsansichten
rationalrecherche und analyse im handeln
innere interviews
verdacht auf gescheitertes
risiko des stillen

mögliches als ambivalenz

rätsel der lösungen
zaubereien des ungedachten

zwischen schnee im sommer
zwischen sonne im winter
zwischen lackschuh und barfuß
zwischen minze und estragon
zwischen davor und dahinter
zwischen joghurt und toter milch
zwischen worten und bildern

weder doktor noch buddha
vieles bleibt für immer verborgen
und auch im licht sieht man oft den schatten nicht

gehen
springen
hüpfen
malen
nach oben
die kreuzung links
mit dem fahrrad nach paris

das risiko zu scheitern beginnt mit jedem schritt
als erst gar nichts machen.
das leben ist kein fensterkino und auch kein übungsraum

es ist der atemlauf im gehen
im hullahupptanz des unbekannten neuen

leben
im vorwärts nur möglich
im risiko zu scheitern

wer mag das je verhindern
rasiert und mit bart geht selten gleichzeitig
und wenn dann nur an verschiedenen stellen

im katalog des möglichen führt eher die entscheidung zum genuss
die ambivalenz ist offensichtlich kein schokoladentörtchen

Pathos und Schwalbe / F. Mayröcker

Eine Schwalbe schneit herein.

Feuerwerke mit Buchstaben dran.

Pathos und Schwalbe, das neue Buch von Friederike Mayröcker, ist Radikalität und Unbeugsamkeit, ist Überfluss und Präzision. Und es ist das bewegende Zeugnis eines Lebens, das nur ein Ziel kennt: »ich müszte den ganzen Tag für mich haben um unbändig, ich meine schreiend, schreiben zu können.«

 

»dicht wie ein Felsen und zart wie die allerzarteste Membran« (Klaus Kastberger, Die Presse)

und sie träumt davon, noch einmal in Engelszungen zu reden.

 

und neu webt Leben in Leben..)

dem glauben

das wort entzogen
als hülle zum gebrauch oft nicht
bestimmt und nur als schatten
tauglich für schnelles leuchten

entbehrlich oft
als festgeankerte verlässlichkeit
als schal nicht was ein schal vermag

umhüllend
als laute wolke rasch verdampft

dem glauben
ohne auch als anker

gebräuchlich nur
als illusion
als staub
als wort nur wort